„Die Preise muss man sich leisten können“

Interview mit Thomas Steffens, Geschäftsführer Immobilienmarkt Hanse GmbH, der Immobilientochter der Hamburger Volksbank.

Frage: Wie sehen Sie die Preisentwicklung für Immobilien in Hamburg?

Antwort: Die Preise haben eher eine Parallelentwicklung, d.h. zweistellige Erhöhungen sehe ich aktuell nicht. Aber viel wichtiger ist, dass der Käufer sich die Preise auch leisten kann und das ist noch besser geworden, was u.a. der guten Konjunktur mit sicheren Arbeitsplätzen als auch dem sehr niedrigen Zinsniveau für die Finanzierungskosten geschuldet ist.

Frage: Und das bedeutet?

Antwort: Die niedrigen Zinsen ermöglichen ein niedriges Ratenniveau für die Finanzierung trotz eines gefühlt hohen Kaufpreises der zukünftigen Immobilie. Es ist schon ein spürbarer Unterschied, ob man 300.000 Euro Immobilienkredit mit einer Zins- und Tilgungsleistung von insgesamt 4% oder aber 7% abzuzahlen hat – das sind mal eben 750 Euro im Monat weniger.

Frage: Hat die Olympia-Bewerbung Hamburgs Auswirkungen auf den Immobilienmarkt?

Antwort: Die letzten Wochen zeigten zusätzlich Nachfragen nach Zinshäusern im Bestand und Baugrundstücken für Hotel-Neubauten. Hamburg ist im Bereich Zinshäuser nach Berlin laut einer aktuellen Studie des IVD inzwischen der zweitgrößte Immobilienmarkt geworden.

Frage: Welche Auswirkungen hat das neue Bestellerprinzip für Ihre Tätigkeit?

Antwort: Es gehen viele Privatleute davon aus, dass das Bestellerprinzip bereits existiert, d.h. dass der Makler nicht durch den Vermieter bezahlt wird. Es ist jedoch noch keine Gesetzeslage, d.h. noch ist das Bestellerprinzip nicht anzuwenden. Genau diesen Umstand müssen wir als Immobilienunternehmen immer wieder erklären und das sind die spürbaren Auswirkungen für uns.

Erschienen in: Bauen + Wohnen, Februar 2015
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